Kalia - Natives Olivenöl Extra

Olivenernte 2014: Dramatische Ernteausfälle in ganz Europa, Griechenland kommt glimpflich davon

Jedes Jahr im November ist es wieder soweit: Im Mittelmeerraum beginnt die Olivenernte. Doch im Jahr 2014 erlebten viele Bauern eine Enttäuschung. Denn ungünstige Witterungsbedingungen und die Olivenfliege haben in fast allen wichtigen Produzentenländern für teilweise erhebliche Ernteeinbußen geführt. Nur Griechenland kommt vergleichsweise glimpflich davon. Schon jetzt werden Knapheiten und Preissteigerungen befürchtet. Die leicht unterdurchschnittlichen Erntemengen werden durch die hervorragende Qualität des diesjährigen Öls mehr als aufgewogen.   

Dürren, Unwetter und Schädlingsbefall

Die diesjährige Olivenernte verlief für viele europäische Bauern bisher leider alles andere als erfreulich. In Spanien, mit über 1,5 Millionen Tonnen Jahresproduktion der mit Abstand größte Produzent, war es  erst zu heiß und trocken und dann zu kalt und regnerisch.  Bei solchen Witterungen findet die Olivenfliege (Bactrocera oleae) optimale Bedingungen zur Vermehrung vor, was  zu einer bis dato unbekannt starken Vermehrung der Olivenfliege  geführt hat. Das auf den ersten Blick harmlos aussehende Insekt gilt als der größte existierende Schädling des Olivenbaums.

Denn eine einzige Fliege schafft es,  während ihrer kurzen Lebenszeit, Eier in mehrere hundert Olivenfrüchte zu legen. Die Fliegenlarven fressen die Frucht daraufhin von innen heraus auf, was zu Fäule und dem Eindringen von weiteren Schädlingen führt. Das klingt unappetitlich, sieht unappetitlich aus und kann innerhalb kürzester Zeit ganze Olivenhaine vernichten.

Gekoppelt mit extremen Wetterphänomenen in ganz Europa hat die Olivenfliege dieses Jahr teilweise dramatische Ernteausfälle verursacht. Spanien wird mit unter einer Million Tonnen dieses Jahr deutlich weniger als die Hälfte der letztjährigen Ernte einfahren, die Ernte in Italiens Norden fällt fast gänzlich aus, und auch in Frankreich, Kroatien, Tunesien und Kalifornien sieht es nicht viel besser aus. Bereits jetzt kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass die weltweite Ernte 2014 enttäuschend ausfallen wird. Aktuelle Schätzungen des International Olive Oil Council gehen davon aus, dass Europas Olivenbauern diese Saison 38% weniger Olivenöl ernten werden als letztes Jahr. Schon jetzt wird befürchtet, dass dies zu Knappheiten und Preiserhöhungen führen könnte.


Die Einstichstelle, hier hat die Olivenflliege ihre Eier gelegt.

Nahezu optimale Bedingungen in Methoni, Griechenland

Nur Griechenland wurde dieses Jahr von der Olivenfliege größtenteils verschont. Zwar haben auch hier Dürre und Unwetter die Olivenernte beeinträchtigt, vor allem im Norden des Landes. Aber in unserem Olivenhain in Methoni – etwas südlich von Kalamata – hat man davon glücklicherweise nichts mitbekommen. Alles in allem erwartet man aktuell, dass die Olivenernte 2014/2015 quantitativ leicht unterdurchschnittlich, qualitativ aber herausragend, ausfallen wird. Damit steht Griechenland dieses Jahr noch vergleichsweise gut dar. Und auch wir sind mit der Ernte 2014, welche wir bereits Anfang November abgeschlossen haben, äußerst zufrieden.

Leider muss man davon ausgehen, dass ungewöhnliche Wetterphänomene wie langanhaltende Dürren und heftige Unwetter auch in Zukunft eher die Regel als die Ausnahme sein werden. Dafür wird der Klimawandel schon sorgen. Zum Teil sind die Probleme aber auch hausgemacht. Denn die massenhafte Verwendung von Pestiziden hat die Olivenfliege und andere Schädlinge über die Jahre immer resistenter gemacht. Dadurch lässt sie sich mit konventionellen Mitteln immer schwerer bekämpfen. Um der Bedrohung Herr zu werden, forschen Wissenschaftler bereits an umstrittenen Methoden wie genmanipulierten Raubfliegen, sogenannten "Nützlingen", welche die Olivenfliege unfruchtbar machen sollen.

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Der Einsatz von Räubern ist an sich ein probates Mittel um Schädlingen auf natürliche Art und Weise beizukommen. Ob aber Gentechnik der richtige Weg ist um eben diese Räuber zu züchten? Für uns ist dies fraglich. Stattdessen bewirtschaften wir unseren eigenen Olivenhain so nachhaltig wie möglich und nach streng biologischen Kriterien. Die bedeutet, dass wir keine Chemie verwenden, also auch keine Pestizide, und darauf setzen ein möglichst gesundes Ökosystem zu schaffen, welches sich gegen Schädlinge selbst zu Wehr setzten kann.  

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von azalas.de